Einordnung / Beispiel / Quellen
Definition
Das Telmed-Modell ist eine besondere Versicherungsform der Grundversicherung mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer. Versicherte kontaktieren bei gesundheitlichen Beschwerden grundsätzlich zuerst die im Vertrag bezeichnete telemedizinische Stelle.
Erklärung
Die Beratungsstelle nimmt eine Ersteinschätzung vor und empfiehlt oder bestimmt – je nach Produkt – das weitere Vorgehen. Ob eine Empfehlung verbindlich ist, welche Ärztinnen und Ärzte danach gewählt werden können und wie lange eine Überweisung gilt, steht in den Tarifbedingungen.
Telefon, Video, Chat oder App können je nach Anbieter Teil des Modells sein. Auch Erreichbarkeit, Wartezeiten und Ausnahmen unterscheiden sich. Eine Rund-um-die-Uhr-Beratung oder freie Arztwahl nach dem Kontakt ist deshalb nicht für jedes Telmed-Produkt garantiert.
Modelle mit eingeschränkter Wahl können laut BAG gegenüber der ordentlichen Versicherung einen Prämienrabatt von bis zu 20 Prozent vorsehen. Der tatsächliche Unterschied muss für den konkreten Tarif verglichen werden.
Praktisches Beispiel
Anna prüft vor dem Abschluss, über welchen Kanal die Beratungsstelle erreichbar ist, ob deren Empfehlung verbindlich ist und welche Ausnahmen gelten. Danach vergleicht sie die konkrete Jahresprämie mit einem Hausarzt-, HMO- und Standardtarif.
Relevanz beim Krankenkassenwechsel
Ein Telmed-Modell passt nur, wenn der vorgeschriebene Erstkontakt und die Erreichbarkeit im Alltag funktionieren. Prüfen Sie ausserdem die vertraglichen Folgen eines Regelverstosses sowie die tatsächliche Prämiendifferenz.
Offizielle Quelle: BAG: Versicherungsmodelle mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer
Weiterführende Artikel: HMO vs. Hausarzt vs. Telmed: Welches Modell passt? | Franchise-Rechner mit konkreten Prämien