Definition
Die Bonusversicherung ist ein spezielles Versicherungsmodell der Grundversicherung, bei dem die Prämie nach dem Bonus-Malus-Prinzip funktioniert: Wer keine Leistungen bezieht, erhält steigende Prämienrabatte; wer Leistungen beansprucht, zahlt höhere Prämien.
Erklärung
Die Bonusversicherung funktioniert ähnlich wie die Autoversicherung: Das Verhalten der Versicherten beeinflusst direkt die Prämienhöhe. Versicherte starten auf einer bestimmten Prämienstufe. Für jedes Jahr ohne Leistungsbezug (abgesehen von Prävention und Mutterschaft) steigt der Bonus und die Prämie sinkt. Wird in einem Jahr eine Leistung beansprucht, fällt der Bonus und die Prämie steigt wieder.
Das System umfasst typischerweise mehrere Stufen. Nach mehreren schadenfreien Jahren kann der Rabatt bis zu 45 Prozent gegenüber der Ausgangsprämie betragen. Der maximale Bonus wird je nach Kasse nach 5 bis 10 leistungsfreien Jahren erreicht.
Das Besondere an der Bonusversicherung: Versicherte haben die Wahl, kleine Rechnungen selbst zu bezahlen, um ihren Bonus zu erhalten – ähnlich wie bei der Kaskoversicherung. Diese Entscheidung wird als «Leistungsverzicht» bezeichnet und kann sich bei geringen Behandlungskosten lohnen.
Die Bonusversicherung eignet sich besonders für gesunde Versicherte, die selten medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Über die Jahre können die kumulierten Prämienrabatte beträchtlich sein. Das Risiko liegt darin, dass ein einziger Leistungsbezug den über Jahre aufgebauten Bonus teilweise oder vollständig zunichtemacht.
Nicht alle Krankenkassen bieten die Bonusversicherung an, und das Modell ist in bestimmten Kantonen weniger verbreitet. Es kann mit verschiedenen Franchisestufen kombiniert werden, wobei die Kombination aus hoher Franchise und Bonusversicherung die maximale Prämienreduktion bietet.
Wichtig: Bei einem Wechsel der Krankenkasse geht der aufgebaute Bonus in der Regel verloren. Dies ist ein wesentlicher Lock-in-Effekt, der beim Kostenvergleich berücksichtigt werden muss.
Praktisches Beispiel
Stefan ist seit fünf Jahren bei seiner Krankenkasse in der Bonusversicherung und hat nie Leistungen bezogen. Sein Bonus beträgt mittlerweile 35 Prozent, wodurch seine Monatsprämie CHF 120 tiefer ist als die Standardprämie. Im sechsten Jahr bricht er sich beim Skifahren das Bein. Die Behandlungskosten betragen CHF 8’000. Stefan überlegt, ob er die Kosten bis zur Franchise selbst tragen soll, um seinen Bonus zu schützen. Da die Kosten seine Franchise von CHF 2’500 übersteigen, lohnt sich der Leistungsbezug – er verliert zwar einige Bonusstufen, aber die Kasse übernimmt über CHF 5’000.
Relevanz beim Krankenkassenwechsel
Die Bonusversicherung erzeugt einen besonderen Wechsel-Dilemma: Ein aufgebauter Bonus macht den Verbleib bei der aktuellen Kasse attraktiver, selbst wenn andere Kassen günstigere Grundprämien anbieten. Auf Prämienfuchs.ch sollten Sie beim Vergleich Ihre aktuelle Bonus-Prämie (nicht die Grundprämie) als Basis nehmen. Berechnen Sie, ob die Ersparnis bei einer neuen Kasse den Verlust des Bonus langfristig aufwiegt. In vielen Fällen lohnt sich der Wechsel trotzdem – besonders wenn der Prämienunterschied gross ist.