Einordnung / Beispiel / Quellen
Definition
Die Franchise ist der jährliche Fixbetrag, den versicherte Personen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) selbst tragen, bevor die Krankenkasse anerkannte Leistungen vergütet.
Erklärung
Für Erwachsene stehen CHF 300, 500, 1’000, 1’500, 2’000 und 2’500 zur Wahl. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre beträgt die Mindestfranchise CHF 0; wählbar sind Stufen bis CHF 600.
Eine höhere Franchise geht mit einer tieferen Prämie einher, erhöht aber das mögliche finanzielle Risiko. Welche Stufe insgesamt günstiger ist, hängt von der konkreten Prämiendifferenz und den anerkannten Gesundheitskosten ab. Der gesetzliche Höchstrabatt ist keine garantierte Ersparnis.
Die Franchise gilt für ein Kalenderjahr. Nicht ausgeschöpfte Beträge werden nicht ins Folgejahr übertragen. Nach Erreichen der Franchise fällt in der Regel ein Selbstbehalt von 10 Prozent an, bei Erwachsenen höchstens CHF 700 pro Kalenderjahr. Für bestimmte Arzneimittel und weitere Kostenbestandteile gelten besondere Regeln.
Für gesetzlich bezeichnete Leistungen, insbesondere bestimmte Mutterschafts- und Präventionsleistungen, gelten Ausnahmen von der Kostenbeteiligung. Die Voraussetzungen sollten für die konkrete Leistung geprüft werden.
Eine tiefere Franchise muss der Krankenkasse bis 30. November schriftlich mitgeteilt werden. Eine höhere Franchise kann nur auf Beginn eines Kalenderjahres gewählt werden; das BAG empfiehlt, die Kasse rechtzeitig und spätestens Mitte Dezember zu informieren.
Praktisches Beispiel
Maria vergleicht die Jahresprämien für CHF 300 und CHF 2’500 Franchise. Anschliessend berechnet sie für beide Varianten die Kostenbeteiligung bei denselben erwarteten Behandlungskosten. Erst die Summe aus Jahresprämie und erwarteter Kostenbeteiligung zeigt, welche Variante unter ihren Annahmen günstiger ist. Zusätzlich prüft sie, ob sie die höhere Kostenbeteiligung in einem unerwartet teuren Jahr tragen könnte.
Relevanz beim Krankenkassenwechsel
Beim Krankenkassenvergleich sollten Sie mehrere Franchisestufen mit denselben Annahmen durchrechnen. Berücksichtigen Sie die aktuellen Jahresprämien, voraussichtlich anerkannte Gesundheitskosten und den Betrag, den Sie in einem teuren Jahr tragen könnten. Eine allgemeingültige Kostenschwelle gibt es nicht.
Offizielle Quellen: BAG: Wahlfranchisen | Priminfo: FAQ zur Franchise | BAG: Kostenbeteiligung
Weiterführende Artikel: Franchise-Rechner mit konkreten Prämien | Krankenkassenprämien 2026