Zum Inhalt springen

Franchise

Die Franchise ist der jährliche Betrag, den Versicherte selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt.

Franchise Selbstbehalt Kostenbeteiligung Krankenkasse OKP

Definition

Die Franchise ist der jährliche Fixbetrag, den versicherte Personen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) selbst tragen müssen, bevor die Krankenkasse Leistungen vergütet.

Erklärung

In der Schweiz ist die Franchise ein zentrales Element der Kostenbeteiligung in der Grundversicherung. Sie wird vom Bundesrat festgelegt und kann von Versicherten bei Vertragsabschluss oder während der offiziellen Wechselfristen gewählt werden.

Für Erwachsene stehen folgende Franchisestufen zur Verfügung: CHF 300, CHF 500, CHF 1’000, CHF 1’500, CHF 2’000 und CHF 2’500. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre beträgt die Mindestfranchise CHF 0, mit wählbaren Stufen bis CHF 600.

Das Prinzip ist einfach: Je höher die gewählte Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie – und umgekehrt. Wer selten zum Arzt geht und gesund ist, kann mit einer hohen Franchise erheblich sparen. Wer regelmässig medizinische Leistungen benötigt, fährt mit einer tiefen Franchise oft besser.

Die Franchise gilt jeweils für ein Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember). Wird sie in einem Jahr nicht ausgeschöpft, verfällt der Restbetrag – es gibt keine Übertragung ins Folgejahr. Sobald die Franchise erreicht ist, übernimmt die Krankenkasse die weiteren Kosten, abzüglich des Selbstbehalts von 10 Prozent (maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene).

Wichtig: Bestimmte Leistungen wie Mutterschaft oder präventive Massnahmen sind von der Franchise befreit. Das bedeutet, dass die Krankenkasse diese Kosten ab dem ersten Franken übernimmt.

Praktisches Beispiel

Maria ist 32 Jahre alt und bei guter Gesundheit. Sie wählt die höchste Franchise von CHF 2’500 und spart dadurch rund CHF 150 pro Monat gegenüber der Mindestfranchise. Im laufenden Jahr hat sie Arztkosten von CHF 800. Diese bezahlt sie komplett selbst, da sie unter ihrer Franchise bleibt. Trotzdem spart sie netto CHF 1’000 (CHF 1’800 Prämienersparnis minus CHF 800 Arztkosten). Hätte sie hingegen Kosten von CHF 5’000, würde sie CHF 2’500 (Franchise) plus CHF 250 (Selbstbehalt: 10% von CHF 2’500) selbst bezahlen.

Relevanz beim Krankenkassenwechsel

Die Wahl der richtigen Franchise ist einer der wichtigsten Hebel beim Krankenkassenwechsel. Beim Vergleich auf Prämienfuchs.ch sollten Sie verschiedene Franchisestufen durchrechnen. Berücksichtigen Sie Ihre bisherigen jährlichen Gesundheitskosten: Wenn Sie in den letzten Jahren weniger als CHF 1’500 an Arztkosten hatten, lohnt sich in der Regel eine hohe Franchise. Bei regelmässigen Arztbesuchen oder chronischen Erkrankungen ist die Mindestfranchise von CHF 300 oft günstiger.

Weiterführende Artikel: Franchise optimieren: Wann lohnt sich CHF 2’500? | Franchise-Rechner