Definition
Der Risikoausgleich ist ein finanzieller Ausgleichsmechanismus zwischen den Schweizer Krankenkassen, der sicherstellt, dass Kassen mit überdurchschnittlich vielen kranken oder älteren Versicherten einen Beitrag von Kassen mit gesünderem Versichertenbestand erhalten.
Erklärung
Da in der Grundversicherung Aufnahmepflicht besteht und keine Risikozuschläge erhoben werden dürfen, haben Krankenkassen theoretisch einen Anreiz zur Risikoselektion – also dazu, bevorzugt junge und gesunde Versicherte anzuwerben und kranke Versicherte möglichst zu meiden. Der Risikoausgleich wirkt diesem Fehlanreiz entgegen.
Das System funktioniert wie folgt: Kassen, deren Versichertenbestand ein überdurchschnittliches Krankheitsrisiko aufweist (gemessen an Alter, Geschlecht und weiteren Morbiditätsindikatoren), erhalten Ausgleichszahlungen von Kassen mit einem unterdurchschnittlichen Risikoprofil. Die Berechnung erfolgt durch eine gemeinsame Einrichtung, die Institution Gemeinsamer Risikoausgleich.
Seit der Reform von 2020 berücksichtigt der Risikoausgleich neben Alter und Geschlecht auch pharmazeutische Kostengruppen (PCG) – also Informationen über chronische Erkrankungen, die sich aus dem Medikamentenkonsum ableiten lassen – sowie Aufenthalte in Spitälern und Pflegeheimen im Vorjahr. Diese Erweiterung hat den Risikoausgleich deutlich verfeinert und die Anreize zur Risikoselektion weiter reduziert.
Der Risikoausgleich hat weitreichende Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Vor seiner Einführung und Verfeinerung konnten Kassen durch gezielte Anwerbung junger Versicherter günstigere Prämien anbieten, ohne effizienter zu wirtschaften. Heute müssen Prämienvorteile stärker durch tatsächliche Effizienz in der Verwaltung und im Leistungsmanagement erzielt werden.
Für Versicherte ist der Risikoausgleich nicht direkt spürbar, wirkt aber indirekt über die Prämien: Er sorgt dafür, dass Kassen weniger Anreiz haben, bestimmte Versichertengruppen zu bevorzugen, und fördert einen fairen Wettbewerb.
Praktisches Beispiel
Krankenkasse A hat viele junge, gesunde Versicherte und niedrige Durchschnittskosten. Krankenkasse B hat überdurchschnittlich viele ältere Versicherte mit chronischen Erkrankungen. Ohne Risikoausgleich könnte Kasse A deutlich günstigere Prämien anbieten – nicht weil sie effizienter ist, sondern weil ihre Versicherten weniger Kosten verursachen. Der Risikoausgleich sorgt dafür, dass Kasse A einen Beitrag an Kasse B leistet, damit die Prämien den tatsächlichen Leistungsunterschied widerspiegeln.
Relevanz beim Krankenkassenwechsel
Der Risikoausgleich schützt Sie als Versicherte: Er stellt sicher, dass Sie von keiner Kasse diskriminiert werden und dass günstige Prämien auf echte Effizienz zurückzuführen sind. Wenn Sie auf Prämienfuchs.ch eine günstige Kasse finden, können Sie darauf vertrauen, dass der tiefere Preis nicht auf Risikoselektion, sondern auf effizientes Wirtschaften zurückgeht. Der Wechsel zu einer günstigen Kasse ist damit unbedenklich.